Freelancer werden | Hab keine Angst!

Du bist Designer, angestellt in einer Agentur oder einer Firma. Du liebst deinen Job, aber ab und zu kommt ein Designer vorbei der Freelancer ist, also freiberuflich. In der Regel bekommt dieser Freelancer die coolen Aufträge, auf die du dich schon lange gefreut hast und für dich bleibt das Daily Business übrig, also das langweilige Zeug. Dein Freelance-Kollege kommt um 12 Uhr Mittags, ist tiefen-entspannt und hat immer die neusten Geräte und Programme und schert sich nicht großartig um Geld und du sitzt (im schlimmsten Fall) an einer alten Windows-Kiste mit Photoshop CS3. Du beneidest deinen freien Kollegen um seine Freiheit, sein Geld und seinen Erfolg. Es juckt dir in den Fingern, du willst auch frei sein, aber du hast Angst! Angst! …aber Angst wovor?

Eine Angst-Armada

Ich hatte auch lange Angst und habe meinen freiberuflichen Kollegen Matti auch lange beneidet. Ich hatte Angst, dass ich weniger Geld verdienen würde, weil ich ich keine Kunden und Aufträge bekommen würde. Ich hatte Angst davor einen sicheren Arbeitsplatz zu kündigen und in eine unsichere Zukunft zu blicken. Hatte Angst vor der Umstellung; hatte Angst vor der Bürokratie; hatte Angst dass ich mich nicht disziplinieren konnte; hatte Angst dass meine Frau und meine Tochter verhungern würden, weil ich nicht genug Geld nach Hause bringe… Aber wie schafft es denn Matti? Warum hat er keine Angst? Wie schaffen es denn die ganzen anderen Freiberufler?

Warum ich trotzdem Freelancer wurde

Mehrere Gespräche mit Matti konnten mich zuerst nicht überzeugen, er sagte immer: „Das wird schon, das ist kein Problem!“ Aber ich hatte trotzdem Angst. Das ging so lange, bis meine Unzufriedenheit in meiner Festanstellung, die Angst überdeckt hat. Die Firma in der ich gearbeitet habe, wurde immer unattraktiver für mich, es gab keine Abwechslung, keine Herausforderungen und keine großen Aufstiegschancen. Eigentlich genau die Dinge, die ich an meinem Job so geliebt habe, waren nicht mehr vorhanden. Es gab für mich zwei Möglichkeiten: Mich bei einer anderen Firma auf eine Festanstellung zu bewerben, oder Freelancer zu werden.

Ich entschied mich zuerst für eine Festanstellung. Ich habe mich bei tollen Firmen und Agenturen beworben. Meine Traumfirma wollte mich zuerst sogar haben, aber kurz bevor alles in trockenen Tüchern war, haben sie mich fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Ich war stinksauer! Nach weiteren Absagen hatte ich irgendwann die Schnauze voll. Ich war der Überzeugung dass ich verdammt gut war, aber niemand wollte mich. Entweder war ich zu teuer, oder ich durfte unter jemand anderem Arbeiten, was aber nicht meiner Position entsprach und ich wusste, so würde ich nicht glücklich werden.

Also hab ich mir meinen „Freelance-Mentor“ Matti nochmal geschnappt und habe ihn über jeden Aspekt seines Berufslebens ausgequetscht und ihm alle Ängste und Sorgen mitgeteilt und schlussendlich, nachdem er mir geduldig jedes kleine Geheimnis erzählt hat, hatte ich keine Angst mehr. Es gab ja eh nur die Optionen: Komplett unglücklich in der alten Firma bleiben, oder es als Freelancer versuchen und vielleicht sehr erfolgreich damit zu werden.

Ich will dir die Angst nehmen

Falls es dir genauso geht und du niemanden hast, den du ausquetschen kannst oder willst, verfolge einfach diese Blogserie, die ich mit DIESEM Artikel gestartet habe. Ich werde immer wenn ich die Zeit finde, über mein Leben als Freelancer schreiben und erzählen wovor ich lange Angst hatte und ob diese Angst berechtigt war, oder eben nicht. Ich werde dir Tipps geben wie du an Kunden kommst und ich werde dir sagen, wo die Vor- und Nachteile des Lebens als Freelancers sind. Ich will dir die Angst nehmen, die Angst die ich sehr gut kenne. Falls du Fragen zu den Artikeln oder zu anderen Themen hast, schreib mich einfach an: mail@chrislueders.de

Liebste Grüße,
Chris

 

 

Chris

UX Design Freelancer aus Berlin. Nie müde Projekte und Experimente nebenher zu betreiben. Ehemann, Vater und überzeugter Pflanzenfresser.