Webdesign Software

Welche Webdesign Software ist die Richtige?

Das Thema Webdesign Software ist ein weites Feld und es muss erstmal geklärt werden, was denn eigentlich mit Webdesign Software gemeint ist, denn da gibt es verschiedene Auslegungen. Es gibt insgesamt drei Arten von Webdesign Softwares: rein grafische Programme, Texteditoren und Codesign Tools, die beide Welten verbinden möchten. Wie sich diese Programme genau unterscheiden und welche Art der Webdesign Software für welchen Anwender zu empfehlen is, möchte ich in diesem Artikel erläutern.

 


 

Grafische Webdesign Softwares

Mit den grafischen Webdesign Programmen gestaltet man wirklich nur die Oberfläche der Webseiten, dazu gehört das gesamte visuelle Konzept, der Aufbau und alle Grafiken. Man kann in der Regel die einzelnen Grafiken, aus denen die gestaltete Webseite zusammengesetzt ist, mit dem Programm exportieren und der Front-End Entwickler muss diese Grafiken dann in HTML und CSS einfügen und die gesamte Seite auf Grundlage des Designs, das man mit der Webdesign Software erstellt hat, umsetzen. Bei den grafischen Webdesign Softwares gibt es also eine strike Trennung zwischen Design und technischer Umsetzung.

Im professionellen Bereich haben sich mittlerweile zwei Programme zum Industriestandard gemausert, die ich nachfolgend kurz vorstellen möchte:

 

Adobe Photoshop

Ursprünglich als ein reines Fotobearbeitungsprogramm entwickelt, wurde Adobe Photoshop schon relativ früh von Designern zur Gestaltung von Webseiten „missbraucht“. Adobe hat sich immer mehr darauf eingestellt und hat später Adobe Fireworks rausgebracht, das eigentlich wirklich für Webdesign entwickelt wurde und Photoshop als Webdesign Software ablösen sollte, aber es konnte sich niemals richtig durchsetzen und so war Photoshop viele Jahre die einzige professionelle, grafische Webdesign Software am Markt.
Webdesign Software
In Photoshop CC sind einige Neuerungen dazugekommen, die den Webdesignern jetzt das Leben etwas mehr erleichtern, wie zum Beispiel das nachträgliche Verändern der Eckenabrundungen, Stilvorlagen für Text und das exportieren von Grafiken aufgrund von Ebenen und Ordnern, anstelle vom Slicing per Hand. Trotzdem ist und bleibt Photoshop ein Programm, das eigentlich nicht für Webdesign entwickelt wurde und nur mit vielen Plugins als Webdesign Software brauchbar ist. Es ist sehr groß und träge, weil es eben mit allerhand Tools aufgebläht ist, die man als Webdesigner eigentlich nicht braucht. Hinzu kommt der hohe Preis, der bei 19€ im Monat beginnt.

 

Sketch

Vor einigen Jahren hat die bis dato unbekannte Software-Schmiede „Bohemian Coding„, ein neues Programm auf den Markt geschmissen, das Photoshop als Webdesign Software ablösen sollte. Es nennt sich Sketch und hat gleich zu Anfang klargestellt welche Vorteile es gegenüber dem Giganten Photoshop bietet: eine aufgeräumte Oberfläche, es wird nur auf Vektorbasis gearbeitet, einfacheres Exportieren, mehrere Seiten und Arbeitsflächen, wesentlich geringerer Preis und vieles mehr. Alles Dinge die Photoshop nicht beherrscht hat. Trotz der offensichtlichen Vorteile, hatte es Sketch sehr schwer den unangefochtene Dominanz von Photoshop anzukratzen.
Webdesign Software
Sketch wurde von vielen Designern ausprobiert, aber aufgrund des anderen Workflows und der Shortcuts, sowie der Tatsache, dass Sketch recht verbuggt war, blieb das Programm ein Randphänomen. Vor kurzer Zeit wurde allerdings die Version 3 von Sketch veröffentlicht und die macht alles besser. Das Programm wurde von nahezu allen Bugs befreit und kann mit einer grandiosen Performance und weiteren Verbesserungen auftrumpfen und bringt Photoshop als Nummer 1 Webdesign Software immer weiter in Bedrängnis. In den einschlägigen Design Communities merkt man, dass Sketch sich langsam als die „coolere“ Webdesign Software herauskristallisiert und immer mehr Webdesigner steigen um. Hinzu kommt, dass Sketch keine monatlichen Gebühren verlangt, sondern einmalig 69,99€ kostet. Der einzige Vorteil den Photoshop gegenüber Sketch hat ist, dass man halt Fotos bearbeiten kann.

 


 

Texteditoren

Da ich selbst kein Entwickler bin, kann ich hier nur oberflächlich beschreiben worum es geht. Texteditoren sind die Programme mit denen Webentwickler HTML, CSS, PHP usw. schreiben. Man kann mit einem Texteditor den technischen Background für eine Webseite oder eine Anwendung programmieren und somit eben auch webdesignen, indem man das technische Gerüst für die Grafiken aufbaut.
sublime
In der letzten Zeit sind allerdings auch immer mehr Webdesigner von grafischen Webdesign Softwares darauf umgestiegen direkt „im Browser“ zu designen. Man überspringt somit den Umweg über grafische Programme und gestaltet direkt die Webseite, indem man sie schreibt. Für einige Designer funktioniert das sehr gut, allerdings braucht man dafür einen guten technischen Background und muss zumindest HTML und CSS sehr gut beherrschen. Mir persönlich fehlt bei dieser Herangehensweise allerdings der kreative Aspekt, indem man einfach schnell etwas „aufs Papier bringt“, aber das ist natürlich Geschmackssache und das designen im Browser hat natürlich den Vorteil, dass man keinen Entwickler mehr braucht, der das Design dann umsetzt.

 


 

Codesign Tools

Wer, so wie ich, nichts mit Webentwicklung am Hut hat, sondern nur reines Design macht und keine Lust, Zeit oder Muse hat, sich HTML und CSS beizubringen, für den wurden sogenannte Codesign Tools entwickelt. Die Geschichte der Codesign Tools ist älter als das Wort und beginnt im Prinzip bei Microsoft Frontpage, wo man wie in Word einfach seine Seite zusammengeschoben und -geklickt hat und das Programm hat einem dann eine HTML Datei ausgespuckt. Adobe hat das ganze mit Dreamweaver auch versucht, aber bei all diesen Webdesign Softwares haben alle Webentwickler die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, weil der Code ein Graus war und in der Regel haben die Seiten, die einem das Programm ausgespuckt hat, nicht auf einem anderen Browser funktioniert und sowieso war das ganze nicht sauber geschrieben und schon gar nicht W3C Konform.
Webflow
Es gibt wohl tausende von Homepage Baukästen und Webdesign Softwares die einem versprechen, dass man sich ganz ohne Programmierkenntnisse eine Webseite in Minuten zusammenklicken kann. Fast jeder Webspace-Anbieter hat solche Programme mitlerweile im Repertoire, allerdings haben diese Webdesign Softwares nichts mit professionellen Anwendungen zu tun.

Nach Jahren der gruseligen WYSIWYG (what you see is what you get)-Programmen, haben sich jetzt aber einige Unternehmen wieder an das Thema herangewagt und das trotz der zusätzlichen Schwierigkeit der mobilen Ära: responsive Webdesign. Es gibt einige Codesign Softwares die direkt im Browser funktionieren und einige die man installieren muss. Ich habe einige von diesen Programmen ausprobiert und kann abschließend sagen, dass sich aus meiner Sicht bis jetzt nur eins dieser Tools wirklich lohnt und das heißt Webflow und das habe ich bereits in diesem Artikel ausführlich vorgestellt. Die Konkurrenten, zum aktuellen Marktführer Webflow, heißen: Macaw, Froont, Sparkle und Adobe Edge Reflow.

 


Fazit:

Man sieht also es gibt sehr viele verschiedene Arten von Webdesign Softwares und jeder muss für sich seinen eigenen Workflow finden. Ob man nun erst gestaltet und das Design dann von einem Entwickler umsetzen lässt, oder ob man direkt im Browser gestaltet, oder ob man mit einem Tool arbeitet, welches einem das Coden abnimmt. Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, wie man zu einem tollen Webdesign kommt und es gibt eine breites Angebot an Webdesign Software für jeden Geschmack.

 

Chris

UX Design Freelancer aus Berlin. Nie müde Projekte und Experimente nebenher zu betreiben. Ehemann, Vater und überzeugter Pflanzenfresser.

 

3 Gedanken zu „Webdesign Software

    1. Freut mich, wenn der Beitrag euch weiterhelfen konnte. Ich habe auch sehr lange hauptsächlich Photoshop verwendet, aber mittlerweile benutze ich zum gestalten nur noch Sketch und für die Umsetzung Webflow (da ich kein Coder bin). Finde Sketch einfach wesentlich angenehmer, da es für Webdesign gemacht ist.

      Liebe Grüße,
      Chris

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